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Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck 1888 e.V. |
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Sonnborn Bevor Sonnborn mit Vohwinkel zusammengewachsen war, galt die kleine Ortschaft jahrhundertlang als westlicher Elberfelder Vorposten. Doch zumindest ihren Namen nach dürfte sie wohl eine der ältesten Siedlungsgebiete auf Wuppertaler Boden sein, denn das Wort bedeutet Sonnenbrunnen und lässt auf eine heidnische Kultstätte schließen. Politisch gehörte Sonnborn abwechselnd zu Solingen, Elberfeld und Haan und bildete 1867 bis 1888 zusammen mit Vohwinkel eine selbständige Bürgermeisterei. Bekannt ist Sonnborn heute weniger wegen seiner Geschichte als vielmehr wegen seines gewaltigen Autobahnkreuzes, dass in den Stadtteil hineingebaut worden ist. Aus heutiger Sicht wäre es wohl undenkber gewesen, aber Ende der sechziger Jahre, als die Verkehrsplanungseuforie ihren Höhepunkt erreicht hatte und man der autogerechten Stadt absoluten Vorrang vor allen übrigen städtebaulichen Erwägungen einräumte, besaß man nicht die geringsten Skrupel, mitten in bebautes Gelände einen solchen Verkehrsknotenpunkt hineinzusetzen. Um dem Mammutprojekt Platz zu schaffen, musste fast die Hälfte des Stadtteils gerodet werden. Dort, wo sich heute die A 46 mit den vierspurigen Schnellstrassen B 224n, L 418 und L 74 kreuzt, lag vormals der westliche Teil von Sonnborn. Für dieses Werk wurden 65, größtenteils historische Gebäude und 576 Wohnungen abgerissen und auf ihrer Fläche eine Erdmassenbewegung von 550 000m³ vorgenommen. Zirka 2 000 Einwohner mussten sich eine neue Bleibe suchen. Der Verkehrsknotenpunkt wurde damals als größtes und modernstes Autobahnkreuz in Europa gefeiert. Hauptgeschäftsstrasse des Stadtteils ist die Sonnborner Strasse, die aufgrund der Schwebebahnüberführung sehr an die Kaiserstrasse in Vohwinkel erinnert. Sie weist allerdings einen weniger starken Durchgangsverkehr und eine geringere Lebendigkeit auf. Ursprünglich war die Sonnborner Strasse mit der Vohwinkler Hauptverkehrsstrasse verbunden, was sich nach dem Bau des Autobahnkreuzes änderte. Es zerschnitt diese Verbindung, ließ die Sonnborner Strasse in einer Sackgasse enden und schuf für den Durchgangsverkehr eine Ortsumfahrung am Wupperufer entlang. Aber eines hat die Sonnborner mit der Kaiserstrasse gemeinsam: So wie im Vohwinkler Zentrum findet auch hier alljährlich ein großer Flohmarkt unter der Schwebebahn statt.
Sonnborner Brücke Das Imposante Eisenbahnviadukt der Bergisch – Märkischen Eisenbahnlinie überquert bei Sonnborn das Tal der Wupper und als einziges Bauwerk auch die Schwebebahnstrecke. Es wurde nach dem Abriss des ersten Viaduktes, das 1839 – 1841 rechtzeitig zur Eröffnung der ersten Eisenbahnverbindung in Wuppertal errichtet wurde und mit fünf Pfeiler im Wupperbett stand, in den Jahren 1910 – 1914 als einheitliches Bogenviadukt ohne Pfeiler gebaut um die Kapazität der Strecke von ursprünglich zwei auf nunmehr vier Gleise zu erhöhen. Von der Sonnborner Strasse entstanden hier die berühmten Werbeaufnahmen der Verkehrsbetriebe, die an dieser Stelle die Verkehrsmittel Bus, Strassenbahn, Schwebebahn, Eisenbahn und manchmal sogar noch Zeppelin auf einem Bild darstellen konnten. Nach dem Bau der neuen Strassenbrücke und dem Wegfall der Strassenbahn ist eine solche Aufnahme leider nicht mehr möglich.
Sonnborner Hauptkirche Das imposante evangelische Gotteshaus an der Sonnborner Strasse, das fast wie eine Burg am Eingang des Stadtteils thront, ist im Vergleich zu anderen Kirchen recht jungen Datums. Es stammt aus dem Jahre 1922, hatte aber an der selben Stelle einen Vorgängerbau, der 1917 einem Brand zum Opfer fiel. Bedeutend ist vor allem die Orgel aus der Orgelwerkstatt Faust.
St. Remigius Das seltsam anmutende Bauwerk an der Garterlaie, was jeder Fremde wohl eher für einen Industriekomplex halten würde, ist die moderne Fassung der historischen Kirche St. Remigius, die in den siebziger Jahren dem Autobahnbau zum Opfer gefallen ist. Die 1974 entstandene katholische Anlage besteht aus dem Kirchenbau, den Gemeindebauten und einem Altenheim.
Gigantisches Straßenbauwerk in Sonnborn Über sechs Jahre dauerten die Arbeiten auf der Großbaustelle in Sonnborn. Am 16. Mai war es endlich so weit. In Anwesenheit des damaligen Nordrhein-Westfälischen Wirtschaftsminister Horst Ludwig Riemer wurde das Sonnborner Autobahnkreuz, das „Millionending von Wuppertal“, auf allen Fahrspuren für den Autoverkehr freigegeben. Kostenpunkt des gigantischen Straßenbauwerks: 150 Milionen Mark. Davon gingen allein 120 Millionen Mark auf Kosten des Bundes, den Rest zahlte das Land Nordrhein-Westfalen. Auf einer Straßenlänge von rund 2,5 Kilometern verbindet das Sonnborner Kreuz die Autobahn Düsseldorf-Wuppertal-Haßlinghausen mit den Fernstraßen nach Essen, Remscheid, der Autobahn ins Ruhrgebiet und dem örtlichen Straßennetz. Streckenweise verlaufen bis zu 13 Autobahnspuren über- und nebeneinander. Sinn und Zweck der riesigen Autobahnkreuzung: Eine Entlastung der innerstädtischen Straßen und ein direkter Autobahnanschluß an die Wirtschaftszentren an Rhein und Ruhr. In seiner Ausgabe vom 17. Mai 1974 bezeichnete der General-Anzeiger den Sonnborner Knoten auch als „ein Stück Strukturförderung für die Stadt“. Damals zählte man am Sonnborner Kreuz eine Spitzenbelastung von 50 000 Fahrzeuge pro Tag. Heute rollen täglich rund 80 000 Autos über das 243 500 Quadratmeter große Autobahnteilstück. Doch bevor die erste Autokolonnen über die riesige Verkehrsanlage – man sprach vom größten Autobahnkreuz Europas – fahren konnten, mußten erst einmal 985 000 Kubikmeter Erde an- und abgefahren sowie 365 Entschädigungsfälle geregelt werden. Der Bau des damals „teuersten Autobahnteilstücks Nordrhein-Westfalens“ führte zum Abriß von 65 Häusern und der Verlagerung von rund 50 Gewerbebetrieben. 250 Mieter zogen um, eine Kirche fiel der Spitzhacke zum Opfer. Das „Wunderwerk der Straßenbaukunst“ ist auch heute noch das Kernstück der ehemaligen B 326. Diese als „Wupper-Schnell-Weg“ bekannt gewordene nördliche Entlastungsstraße durchzieht seitdem als A 46 das Tal der Wupper. Beim Bau des Sonnborner Knotens mußten komplizierte technische Probleme gelöst werden. Der damalige stellvertretende Leiter des Fernstraßenneubauamtes Wuppertal, Friedrich Röllinghoff, erinnert sich: „Als besonders problematisch entpuppte sich die Tatsache daß Wupper, Schwebebahn und die Hauptstrecke der Bundesbahn von Hagen nach Düsseldorf in die Baumaßnahmen einbezogen werden mußten“. Gleichzeitig galt es auch, das Netz der innerstädtischen Versorgungsleitungen ohne Störungen aufrecht zu erhalten. Die Ingenieure lösten diese Schwierigkeiten durch technische Glanzleistungen. Sie senkten das Bett der Wupper auf 1950 Meter Länge ab, hoben das die Autobahn Überquerende Fahrgerüst der Schwebebahn um rund zwei Meter auf einer Länge von 485 Metern an, führten die innerörtliche Hauptstraße – die „Neue“ Sonnborner Straße mittels einer 82 Meter langen Brücke über das Kreuz und verlängerten die Bundesbahnbrücke über dem Autobahnknoten von 20 auf 128 Meter Länge. Diplom-Ingenieur Röllinghoff: „Die Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke mußten unter laufendem Verkehr durchgeführt werden, täglich rollten 400 Züge über diesen Bauabschnitt“. Insgesamt wurden im Kernbereich des Sonnborner Kreuzes 24 Brücken mit einer Gesamtlänge von rund 300 Metern gebaut.
Ein Stadtteil wurde geteilt Kein Zweifel – seit Fertigstellung des Sonnborner Kreuzes gehört das vom Durchgangsverkehr verursachte Verkehrschaos entlang der Talsohle der Vergangenheit an. Das ehrgeizige Riesenprojekt der Straßenbauer aber hat Sonnborns Leben grundlegend verändert. Insgesamt wurden 65 Gebäude mit 576 Wohnungen abgerissen. 2 000 Einwohner mußten „umgesiedelt“ werden. Bergische Schiefer- und Fachwerkhäuser fielen dem Bagger ebenso zum Opfer wie ein Fußballplatz, zwei Kinderspielplätze und die im neugothischen Baustil errichtete katholische Kirche St. Remigus. Der Verkehr forderte seinen Tribut in der Remigusstraße, der Sonnborner Straße, Am Lockvogel und in der Straße Am Thun. Die Sonnborner sahen dem Abbruch mit geteilter Meinung zu: Zwar verschwanden Häuser, die erheblich sanierungsbedürftig waren, aber es wurden auch Namen ausgelöscht, die über Generationen zu Sonnborn gehörten: Café Kürten, Metzger Webers, Textil-Meyer. Aber auch Schwaferts Saalbau mußte dem Autobahnkreuz weichen. Der General-Anzeiger schrieb am 28. Januar von „einem Stück Alt-Sonnborn, daß der Spitzhacke zum Opfer fiel“. Jahrelang kämpften die Sonnborner gegen das ihnen zugedachte Betonkreuz. Beim Nachlesen der alten Festreden läßt sich aber auch sehr gut gut die Begeisterung herausspüren. Da wurde im Rückblick das „Raffinement modernster Technik“, das „Wunderwerk der Straßenbaukunst“ und das „Größte Autobahnkreuz Europas“ gepriesen. Michael Metschies, Vorsitzender der Wuppertaler Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins, dazu: „Die Bedeutung einer Stadt wird nicht allein danach berechnet, wie schnell man von einem Stadtteil zum anderen kommt“. Auch Straßenbauer Röllinghoff räumt ein, daß ein solches Projekt heutzutage kaum mehr eine Chance hätte. Daß Sonnborn es verkraftete, daß ein ganzes Viertel aus dem Stadtteil herausgerissen wurde, verdankt sie dem Mut ihrer Bürger und Kaufleute. Mit Ideen, Blumen, Bänken und der Renovierung der Läden entlang der „alten Sonnborner Straße“ schaffte man es, dem, vom Autobahnbau stark gebeutelten Stadtteil ein neues Gesicht und neue Hoffnung zu geben.
Ruthenbeck Obwohl Sonnborn an der Wupper liegt, ist der Fluss dort kaum zu finden. Er wird, nachdem ihn das Schwebebahngerüst an der Hauptkirche verlassen hat, völlig von Bäumen und Gestrüpp zugedeckt. An der kleinen Siedlung Ruthenbeck zeigt sich die Wupper allerdings in ihrem natürlichen Zustand. Und die Fachwerkhäuser mit ihrer malerischen Hofschaft präsentieren sich nach ihrer Restaurierung wieder in altem Glanz.
Boltenberg In dem Waldstück südlich von Sonnborn liegt das Wohnviertel Boltenberg, das an den Zoologischen Garten angrenzt. Der Rittersitz Lüntenbeck hatte hier im Mittelalter ein Hofesgut, auf dessem Grund und Boden sich heute die prachtvolle Villa Boltenberg erhebt. Der mit durchdringenden Satteldächern und einer Kombination aus Ziegel und Holzverschalung im Jahre 1903 fertiggestellte Landsitz liegt in einer weiträumigen Parkanlage.
Lüntenbecker Bahnhof Versteckt zwischen Wälder liegt der Bahnhof Lüntenbeck am Rande der gleichnamigen Siedlung. Hier teilte sich die Rheinische Strecke. Während der rechte Schienenstrang nach Mettmann führt, kommt man über den linken zum Vohwinkler Bahnhof. Wie alle übrigen Haltepunkte ist auch diese Station völlig verwildert und vergammelt und nur noch ein kleiner Biergarten erinnert an die einstige Eisenbahn. Zu ihrer Sterbezeit hielt an jedem der vier Bahngleise täglich ein Personenzug.
Schloss Lüntenbeck Wenn man auf Wuppertals Strassen die vielen Wegweiser nach Schloss Lüntenbeck sieht, dürfte einem auch als Außenstehendem klar sein, dass er im Norden Sonnborns keinen großflächigen Monumentalbau erwarten kann. Denn Wuppertal ist nie Sitz eines Landesherrn, eines Bischofs oder einer sonstigen Autorität gewesen, dessen Machtwille sich in einem prunkvollen Palast hätte ausdrücken können. Zwar hat das mittelalterliche Wuppertal drei Burgen hervorgebracht (Burg Elverfeld, die Beyenburg und die Wehrbefestigung im Burgholz), doch sind von den einstigen Bauten allenfalls bescheidene Reste der Grundmauern übriggeblieben. Bei dem einzigen Schlösschen, welches Wuppertal heute noch aufweisen kann, handelt es sich um den ehemaligen Rittersitz Lüntenbeck, dessen erste Erwähnung bereits im 13. Jahrhundert zu verzeichnen ist. Sein Ursprung geht auf die Äbtissinnen von Gerresheim zurück. Während die Mächtigkeit der Torsockel am Eingang zum Burghof auf ein hohes Alter der steinernen Befestigung schließen lassen, dürfte das Herrenhaus erst Anfang der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet worden sein. Nachdem das heruntergekommene Gebäude in den siebziger Jahren auf Privatinitiative wieder instandgesetzt worden ist, präsentiert sich das nette Schlösschen im Grünen als Restaurant und Ausflugsziel. Die Ortschaft selbst stellt sich als eine ruhige Wohnsiedlung dar, die von Sonnborn und Vohwinkel über einen Feldweg zu erreichen ist. Berühmt ist Lüntenbeck aber auch wegen seines malerischen Weihnachtsmarktes, der zu den schönsten in Wuppertal zählt und zur Adventszeit alljährlich tausende Besucher in den Schlosshof zieht. |
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